Interkommunaler Wissensaustausch auf dem Fahrradsattel

28.10.2020 14:03

Das Mobilitätsnetzwerk Ortenau lässt sich von kalten Herbsttemperaturen nicht abhalten. Auf einer gemeinsamen Radtour in Lahr informieren sich die Kommunen über Gestaltungsmöglichkeiten und Förderung im Radverkehr.

Bei 10 Grad und Nieselregen starteten die  kommunalen Beauftragten aus den Mitgliedskommunen des Mobilitätsnetzwerks zu einer gemeinsamen Fahrradtour durch Lahr. Das Ziel: neue Erkenntnisse im Themenschwerpunkt Radverkehr sammeln. Neben Stadtplaner Martin Stehr aus Lahr lieferte das Fachbüro ISME aus Stuttgart an ausgewählten Stellen Expertenwissen. Zu den Stopps gehörten die Radboxen am Lahrer Bahnhof, die Radservicestation in Reichenbach sowie spezielle Beleuchtungsinstallationen für Radwege. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmer über sichere Markierungen und Beschilderung von Radwegen sowie den Planungsstand für neue Radwege und Schutzstreifen.

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen mit dem eigenen Fahrrad nach Lahr; für alle anderen standen die Leih-Pedelecs der Firma nextbike zur Verfügung. Der ein oder andere Teilnehmer bedauerte angesichts der frostigen Temperaturen sogar, dass das Radfahren durch die automatische E-Motor-Unterstützung so wenig anstrengend war.

Die Nutzung der Verleihräder war zugleich ein Test für andere Kommunen, die Fahrradverleihsysteme installieren wollen. Im Mobilitätsnetzwerk entsteht gerade für alle zehn beteiligten Kommunen eine Planungsgrundlage. An so genannten Mobilitätsstationen, die voraussichtlich ab 2022 gebaut werden, sollen neben Verleihrädern auch Carsharingfahrzeuge zur Verfügung stehen. Die Verwaltungen entwerfen hierfür gerade mit Fachplanern ein Standortnetz, das genau an die jeweilige Situation vor Ort angepasst ist. Denn nicht überall ist jedes Verkehrsangebot sinnvoll bzw. kann wirtschaftlich betrieben werden.

Zusätzlich erhebt das Büro ISME aktuell den Bestand wichtiger Radpendelachsen zwischen den Kommunen. Ihr sicherer und kommunenübergreifender Ausbau soll dazu führen, dass für den Weg zur Arbeit in Zukunft das Rad eine sichere Alternative zum Auto werden kann.

Über alle Entwicklungen aus dem Mobilitätsnetzwerk berichtet regelmäßig die Webseite www.mobilitätsnetzwerk-ortenau.de. Neuerdings informieren die Kommunen auch regelmäßig per Newsletter. Die Anmeldung erfolgt über die Webseite und lohnt sich für alle Bürgerinnen und Bürger der Region.

Fotos: endura kommunal

 

ÜBER DAS MOBILITÄTSNETZWERK ORTENAU:

Zum Mobilitätsnetzwerk Ortenau gehören die zehn Kommunen Appenweier, Friesenheim, Gengenbach, Kehl, Lahr, Neuried, Offenburg, Rheinau, Schutterwald und Willstätt. Das Projekt ist das erste Mobilitätsnetzwerk Deutschlands und wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.