Gemeinderat beschließt Forsteinrichtungswerk 2021 – 2030

06.11.2020 10:54

Bei einer gemeinsamen Begehung mit Gemeinde- und Ortschaftsräten wurden Waldbestände der Gemeinde in Legelshurst besichtigt.

Im 10-Jahresturnus berät der Willstätter Gemeinderat über das Forsteinrichtungswerk, welches die geplante Bewirtschaftung des PEFC-zertifizierten Gemeindewaldes regelt. Zunächst wurde hierfür in 2-jähriger Vorarbeit der Zustand des Waldes anhand von 347 Stichproben erfasst. Auf dieser Basis fand ein Waldbegehung mit der Forstdirektion des Regierungspräsidiums Freiburg statt, welche auch die Erfolgskontrolle der Maßnahmen des vorherigen Forsteinrichtungswerkes beinhaltete. Resultat ist das Forsteinrichtungswerk 2021 – 2030, in welchem die Experten diverse Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Waldbewirtschaftung definierten. Ziele sind u.a. Klimakrisen-Resilienz, stoffliche/energetische Holzproduktion, Jagd, aber auch der Freizeit- und Erholungswert für die Willstätter Bevölkerung. Die vorgeschlagenen Maßnahmen berücksichtigen beispielsweise auch, dass 25% des Gemeindewaldes (Korker Wald) als FFH-Gebiet ausgewiesen und damit Teil eines europaweiten Naturschutzgebietes ist. Daher muss besonders für diesen Teil des Waldes auf die Gewährleistung der Eichennachhaltigkeit bzw. der Erhalt von Eichengesellschaften geachtet werden. 

Zunächst erläuterten Bernhard Koch (Forsteinrichter des Regierungspräsidiums), Simeon Springmann (Leiter des Amts für Waldwirtschaft im Ortenaukreis) und Willstätts Gemeindeförster Georg Weis in einer nicht-öffentlichen Waldbegehung anhand verschiedener Waldbilder die vorgeschlagenen Maßnahmen. Die Gemeinderätinnen und Gemeinderätinnen konnten sich in unterschiedlichen Waldszenarien von der erfolgreichen Waldbewirtschaftung überzeugen. Auch die Mitglieder der fünf Ortschaftsratsgremien konnten an der Waldbegehung teilnehmen. Die Waldbewirtschaftung war in den vergangenen 10 Jahren u.a. erheblich vom Eschentriebsterben betroffen, welches neue und nicht geplante Verjüngungsflächen und entsprechende Investitionen mit sich brachte. Resultat der zwangsweisen Übernutzung des Waldes durch einen höheren Hiebsatz ist, dass für die kommenden Jahre ein deutlich reduzierter neuer Hiebsatz gelten soll. Außerdem müssen entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Naturverjüngung getroffen werden. Deshalb wird der Wald auf absehbare Zeit voraussichtlich keine Erträge zum Haushalt der Gemeinde erbringen.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, den Planungen der Experten zur Waldbewirtschaftung bis 2030 zu folgen.

Weitere Informationen zum Thema können Sie den Unterlagen aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung im RIS (RatsInformationsSystem) entnehmen.