Hanauer Owe in Willstätt-Sand bringt Baden und Elsass zusammen

 

Sehr gut besucht war der „Hanauer Owe“ in der Sander Halle im Rahmen der Willstätter Kulturtage, der gleichzeitig auf den HanauerLandMarkt einstimmte, der am Wochenende in Kehl stattfand.

Wie bei der Premiere des „Hanauer Owes“ in dieser Form im letzten Jahr in Kehl hatte Gerd Birsner ein buntes und grenzüberschreitendes Programm zusammengestellt, das er gemeinsam mit Leonie Kruß auch moderierte. Ebenso wie Leonie Kruß waren einige Akteure in der herbstlich dekorierten Festhalle in Hanauer Tracht erschienen.

Begrüßt wurdend die zahlreichen Gäste aus nah und fern in der voll besetzten Sander Halle von Bürgermeister-Stellvertreterin Elvira Walter-Schmidt. Sie hob die Bedeutung von Heimat und Brauchtum ebenso wie das Zusammenwachsen und Miteinander der Hanauer von beiden Seiten des Rheins hervor.

Im ersten Teil des Abends präsentierte Gerd Birsner zwischen den Auftritten Videos über das rechtsrheinische Hanauerland per Beamer auf einer Leinwand. Neben aktuellen Videos, die unter anderem mit Klängen des neuen Songs „Hanauerland“ vom Duo „Chuliano & Hunter“ untermalt wurden, gab es viele alte Aufnahmen zu sehen. Ob vom Tabakanbau („Duwak isch min Läwe“), altes und vergangenes Handwerk und Gewerbe oder schon einstige Originale aus dem Hanauerland. Vor allem aber kamen Ausschnitte aus dem Film „Streiflichter“ des verstorbenen Willstätter Heimatfilmers Fritz Greth aus den 60er Jahren beim Publikum an.

Auch musikalisch war einiges geboten. Die Odelshofer Dorfsänger middem „Vogte Fritz“ an der „Quetsch“ begannen mit ihrem singenden Einzug den Abend und beschlossen ihn auch nach Programmende mit Heimatliedern zum Mitsingen. „Weisch noch Karle?“, blickten „de Moler & de Schniieder“ (Werner Senger und Horst Schäfer aus Diersheim) gesanglich auf „Sellemos“ zurück und das „Moscherosch-Trio“ Werner Hetzel, Heinz Zimmer und Hans Schneidewind besang entsprechend gekleidet den „Schufelhans un d‘ Ruewemei“. Dazwischen zeigte Waltraud Stahl aus Legelshurst wie ein Kappeschlupf gemacht wird. Außerdem hatte sie einige ihrer selbst gemachten Trachtenpuppen mitgebracht. An die MEG – die Mittelbadische Eisenbahngesellschaft mit dem legendären „Entenköpfer“ erinnerte Thomas Kohler, Chef des Modellbahnclubs Lichtenau, und Claus Nückles (Zigarren Baumert) erzählte über den Tabakanbau in der Region. Dem Video des „Merquez-Songs“ von Gerd Birsner lies das Willstätter Gesangstalent Philipp Zink den „Lewwerworscht-Song“ folgen. Als „Willstätter Putzwiiwer“  kamen Silke Zink und Elke Birmele auf die Bühne und sorgten mit ihren Anekdoten, Sprüchen und Witzen für zahlreiche die Lacher im Saal. In die Pause wurde das Publikum dann von „Moscherosch“ Werner Hetzel mit dem „Willstätter Dorschd“ verabschiedet. Während der Pause bewies die Spielgemeinschaft der Musikvereine aus Sand und Sundheim auf der Bühne ihr musikalisches Können und bot in der Hanauer Tracht ein herrliches Bild.

Der zweite Programmteil stand im Zeichen der „Pays de Hanau“, dem elsässischen Hanauerland rund um Bouwxiller. Da durfte „de Hans im Schnoogeloch“, der von den Odelshofer Dorfsänger“ gesungen wurde, natürlich nicht fehlen. Dede Flick, der kautzige »Kau-Boy us Obersulzbach«, bewieß mit seinen elsässischen Country-Liedern und dem „Gewirztraminer-Blues“, dass man sich mit 80 manchmal immer noch wie 18 fühlen kann. Ein wahrer Kenner des elsässer Hanauerlandes ist Eric Constans, der frühere Chef der Straßburger Bahnhöfe. Er macht wirb für das „Pays de Hanau“ und macht sich für die Verbindungen zwischen den Hanauer Landstrichen stark. Natürlich war er deshalb auch auf dem HanauerLandMarkt in Kehl unterwegs, für den Nicole Thüm noch die Werbetrommel rührte. Die Bürgerstiftung Willstätt nutzte im Foyer die Gelegenheit um für sich zu werben und den Stifterhonig an die Frau und den Mann zu bringen.

Mit einem traurigen Lied, das die Hanauer immer zu besonders schönen Anlässen singen, dem „Bajazzo“ und dem „Badner Lied“ wurde der Abend von allen Akteuren und dem Publikum gemeinsam beschlossen, natürlich nicht ohne Zugabe der Odelshofer Dorfsänger.