Sand

Das heutige Dorf Sand entstand aus einem hochmittelalterlichen Ausbauort im Korker Wald.

Die erste eindeutige Urkunde, in der Sand erwähnt wird, stammt von 1254. Henricus Villicus verkauft seine Sander Güter an das Kloster Allerheiligen. Wenn das Kloster auch schon früh in Sand Fuß fasste, so gehörte natürlich die Siedlung – wie alle Nachbarorte – zur Grafschaft Lichtenberg. Der Ort selbst bestand um 1200 aus mehreren Siedlungsgruppen. Direkt an der Kinzig lag Schweighausen. Am Abzweig der Straße zum Renchtal, die damals über Urloffen ging, befand sich Alt-Sand, die Straße aufwärts Neu-Sand, später Grünshurst und der Eichhof. Geprägt wurde die bewegte und schicksalsreiche Geschichte Sands durch Kriege, Verwüstungen, Besitzstreitereien und Armut. So ging man 1295 mit dem späteren Hanauerland an den Grafen von Lichtenberg als Lehen über. 1311 wurde Sand selbstständige Pfarrei (St. Bartholomäus) und gehörte zum Amt Willstätt.

Die Lage des Ortes an einer wichtigen Straßenkreuzung hat sich im Dreißigjährigen Krieg verheerend ausgewirkt. 1632 und 1634 wurde Sand total vernichtet. Schweighausen bleibt als Trümmerhaufen liegen und wurde nie wieder aufgebaut. Ab 1636 lebte niemand mehr in den Ruinen. 

1803 kam das rechtsrheinische Hanauerland zu Baden. Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 forderte von Sand noch einmal besondere Opfer, ebenso der Erste und Zweite Weltkrieg.

Das Wappen ...

... ist in vier Teile geteilt, im ersten und vierten Feld sind in Gold zwei rote Sparren sichtbar, welche das hanauische Wappen verdeutlichen. Im zweiten und dritten rot umrandeten silbernen Feld steht ein aufgerichteter schwarzer Löwe, der das lichtenburgische Wappen symbolisiert.

Dieses Wappen war Teil des ältesten Siegelbildes, das bekannt ist (1563). Das damalige Siegelbild umfasste auch noch den hinter dem Wappen hervorwachsenden rot bekleideten Apostel Bartholomäus, in der Rechten ein ausgebogenes silbernes Messer mit goldenem Griff, in der Linken ein silbern beschlagenes schwarzes Buch mit rotem Schnitt. Nachdem Sand 1803 badisch wurde, zeigt das 1811 verwendete Gerichtssiegel ein gespaltenes Wappen. Die späteren Farbstempel des 19. Jahrhunderts zeigen im gekrönten Schild einen Triangel – das Dorfzeichen.

Auf Empfehlung des Generallandesarchivs nahm Sand im Jahr 1900 das oben beschriebene und jahrhundertelang im Siegel verwendete Wappen wieder an.